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Konzept & Schwerpunkte

Therapiekonzept

Bei der Entstehung pychosomatischer Beschwerden spielen kritische Lebensereignisse und Lebensphasen, akute Krisen und/oder schleichend verlaufende belastende Entwicklungen im Beziehungs- und beruflichen Bereich oftmals eine entscheidende Rolle. Häufig kommt es zu einem Teufelskreis, indem sich die körperlichen und psychischen Symptome gegenseitig verstärken und nicht mehr klar unterschieden werden kann, was nun Ursache und was Folge ist. 

Zu Beginn jeder ambulanten Behandlung im ZAP steht ein umfassendes orientierendes psychologisches/psychiatrisches Erstgespräch. Dabei werden die bisherigen (häufig enttäuschenden) Abklärungs- und Behandlungserfahrungen kurz zusammengefasst, im Zentrum stehen allerdings die aktuelle Situation, die gegenwärtigen Beschwerden, die Ressourcen und Stärken und die konkreten Veränderungswünsche der Patientin/ des Patienten. Darauf aufbauend werden gemeinsam Therapieziele formuliert, die realisierbar und überprüfbar sind. Ebenso wird ein Zeitplan für Standortbestimmungen zur Überprüfung der formulierten Therapieziele und für die absehbare Gesamtdauer der Therapie festgelegt.

Je nach Therapieziel werden im Erstgespräch auch weitere therapeutische Maßnahmen (wie z.B. Physiotherapie oder Sozialberatung) besprochen und festgelegt. Ziel aller Behandlungen das ZAP ist die optimale, maßgeschneiderte Unterstützung in der bestehenden Alltagsstruktur und/oder im beruflichen Wiedereinstieg.

Behandlungsschwerpunkte

Aufgrund der Anbindung des ZAP an die Klinik Lengg (mit den beiden Teil-Kliniken Schweizerische Epilepsie-Klinik und Zürcher RehaZentrum Lengg) haben wir in den folgenden Schwerpunkten eine besondere Behandlungsexpertise:

Somatoforme Störungen

PatientInnen mit somatoformen (Schmerz-)Störungen haben oft lange und frustrierende medizinische Abklärungen hinter sich, bei denen keine oder keine vollständig erklärenden Ursachen für die körperlichen Beschwerden, Missempfindungen und Schmerzen gefunden werden konnten. Sie sind enttäuscht über die ärztlichen Einschätzungen, fühlen sich in ihrem Leiden nicht ausreichend ernst genommen oder sogar als SimulantIn abgestempelt. Somatoforme (Schmerz-)Störungen sind weder simuliert noch eingebildet, sondern stellen körperliche Reaktionen auf chronische oder akute innere bzw. äussere Belastungen dar.

Eine rasche und vollständige Beschwerde- und Schmerzfreiheit ist kein realistisches Behandlungsziel. Mit einer Kombination von spezifischen psychotherapeutischen Interventionen, Entspannungsverfahren, Physiotherapie und ggf. weiteren Behandlungen lässt sich aber in aller Regel ein besserer Umgang mit den Schmerzen, ein besseres Funktionieren im Alltag und im Beruf sowie insgesamt eine Verbesserung der Lebensqualität und der Stimmung erreichen.

Komplexe psychosomatische Störungen

Viele psychosomatische PatientInnen leiden nicht nur unter einem, sondern einer ganzen Reihe von Symptomen. Dazu gehören:

  • Diffuse oder spezifische Schmerzen
  • Erschöpfungszustände
  • Schlafstörungen
  • Angst und Depression
  • Beziehungsschwierigkeiten
  • Probleme am Arbeitsplatz

Dabei ist nicht immer klar, wie diese unterschiedlichen Bereiche zusammenhängen und welche Probleme im Vordergrund stehen und als erstes angegangen werden sollten.

In solchen Situationen sind wir gerne behilflich, einen Behandlungsfokus zu setzen und gemeinsam herauszufinden, in welcher Reihenfolge und in welcher Art die Probleme bearbeitet werden sollen. Die Auswahl der einzelnen Therapien orientiert sich dann an dieser gemeinsam erstellten Prioritätenliste.

Störungen der Krankheitsbewältigung bei chronischen körperlichen Erkrankungen

Chronische Erkrankungen aus dem neurologischen und internistischen Bereich (wie z.B. Epilepsie, MS, Migräne, chronische Magen-/Darm-Probleme u.ä.) können für die betroffenen PatientInnen eine große Herausforderung und Belastung darstellen. Die Beeinträchtigung der körperlichen Integrität und ein zuweilen unberechenbar erscheinender Erkrankungsverlauf können das körperliche Wohlbefinden erheblich beeinträchtigen und nicht selten auch zu einer ängstlichen Überfokussierung auf körperliche Prozesse führen. Solche Ängste können die gesamte Erkrankungsbewältigung stark behindern und zu Resignation und Passivität führen.

Ängste und depressive Reaktionen als Ausdruck einer erschwerten Krankheitsbewältigung bei chronisch körperlichen Erkrankungen sind in aller Regel gut behandelbar. Im Zentrum steht die psychotherapeutische Erarbeitung von funktionalen Copingstrategien, ggf. unter Einbezug von PartnerInnen und weiteren Angehörigen. Zur Stabilisierung und Stärkung von Körpergefühl und Körperwahrnehmung können zusätzliche körpertherapeutische und Entspannungs-Verfahren indiziert sein.