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Allgemeine Informationen zu Epilepsie

Die Krankheit Epilepsie betrifft knapp ein Prozent der Weltbevölkerung und ist damit eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen. Epileptische Anfälle sind kurzzeitige Störungen des Verhaltens und/oder Erlebens, die durch momentan verstärkte und zeitlich veränderte elektrische Aktivität vieler Nervenzellen des Gehirns verursacht sind.

Ein einzelner epileptischer Anfall kann auch ohne das Vorliegen einer Epilepsie auftreten, dann versteht man den Anfall als eine unspezifische Reaktion des Gehirns auf kurzfristige schädliche Einflüsse (z.B. einen Alkoholrausch) oder eine akute Hirnerkrankung (z.B. eine Hirnverletzung). Solche „Gelegenheitsanfälle“ kommen bei bis zu 10% der Bevölkerung vor. Epilepsie als Erkrankung hingegen ist eine bleibende Funktionsstörung des Gehirns, die durch eine dauerhafte Neigung zu epileptischen Anfällen und die vielfältigen Konsequenzen dieses Zustands gekennzeichnet ist, darunter insbesondere Störungen der geistigen Leistungsfähigkeit, des psychischen Befindens, und negative soziale Konsequenzen.

Epilepsie ist keine einheitliche Erkrankung. Je nach Ursachen und Krankheitszeichen unterscheidet man verschiedene Formen von Epilepsien. Epileptische Anfälle können z.B. auftreten bei Hirntumoren und Hirnentzündungen, im Verlauf nach Hirnverletzungen, bei Hirnfehlbildungen, aber auch ohne erkennbare Grunderkrankung des Gehirns, dann im Sinne einer veranlagungsbedingten Epilepsie auf einer mutmasslichen oder nachweisbaren genetischen Grundlage.

Medikamente zur Behandlung von Epilepsien mindern die Neigung zu krankhaft überschiessender Aktivität der Nervenzellen über ihre Wirkungen auf die Nervenzellen des Gehirns. Mit solchen Medikamenten können ca. 2/3 der Epilepsiepatienten zufriedenstellend behandelt werden. Für die übrigen Patienten kann mittels einer aufwändigen, teils stationären Diagnostik geprüft werden, ob eine chirurgische Behandlung der Epilepsie möglich ist (vgl. Therapie). Zur Epilepsiebehandlung gehört wesentlich auch eine langfristige psychosoziale Begleitung, da die psychischen Begleiterscheinungen und die negativen sozialen Konsequenzen der Epilepsie oft für das Alltagsleben mindestens ebenso bedeutsam sind wie die epileptischen Anfälle selbst (vgl. Klinische Psychologie | Psychiatrie und Sozialberatung).