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Neuropsychologische Diagnostik

Neuropsychologische Testuntersuchung

Der Einsatz standardisierter Tests in der neuropsychologischen Untersuchung erlaubt eine quantitative Einschätzung der geistigen Leistungsfähigkeit in wichtigen Funktionsbereichen. Dazu gehören:

  • Bearbeitungsgeschwindigkeit
  • visuelle und auditorische Wahrnehmung
  • Aufmerksamkeit / Konzentration
  • Gedächtnis
  • Sprache / schulische Fertigkeiten
  • logisches Denkvermögen
  • Handlungsplanung und –kontrolle
  • Wahrnehmung und Verarbeitung sozialer Informationen (soziale Kognition)

Die Untersuchungsergebnisse werden unter Berücksichtigung der Informationen aus der Krankengeschichte, der Bildungsbiographie und Angaben von Angehörigen in einem ausführlichen Untersuchungsbericht zusammengefasst, der Vorschläge für diagnostische und therapeutische Massnahmen enthält. Es wird angeboten, die Untersuchungsergebnisse in einem persönlichen Gespräch zwischen dem Patienten und der zuständigen Neuropsychologin allgemeinverständlich zu erläutern.

Funktionelle Bildgebung

Die moderne Kernspintomographie erlaubt es, Blutflussveränderungen im Gehirn darzustellen, die mit räumlich umschriebenen Aktivitäten des Gehirns im Zusammenhang stehen. Damit ist es möglich, grundlegende Hirnstrukturen der Sprach- und Gedächtnisverarbeitung, der Emotionsverarbeitung, der visuellen Wahrnehmung und der Motorik abzubilden. Diese Untersuchungen dienen der Abschätzung möglicher Risiken eines epilepsiechirurgischen Eingriffs sowie dessen Planung. Sie finden am MR-Institut an der Schulthess-Klinik in unmittelbarer Nachbarschaft zu unserer Klinik statt. Die Untersuchungen werden dort durch erfahrene Fachpersonen der Schweizerischen Epilepsie-Klinik durchgeführt und ausgewertet.

Wada-Test

Der Wada-Test, benannt nach dem japanischen Epileptologen Juhn Wada, wird seit mehr als 50 Jahren zur Vorhersage von Operationsrisiken epilepsiechirurgischer Eingriffe eingesetzt. Der Test basiert auf der ca. 10 minütigen Anästhesie  einer Grosshirnhemisphäre, um so untersuchen zu können, ob Sprache, Gedächtnis und logisches Denken von der nicht-betäubten Hemisphäre getragen werden. Dazu wird von Neuroradiologen ein Katheter bis zu den hirnversorgenden Blutgefässen eingebracht, und Anästhesisten steuern und kontrollieren die Gabe des Anästhetikums. Üblicher weise werden beide Hirnhälften nacheinander in einer Untersuchungssitzung überprüft. Die Untersuchung findet am Institut für Neuroradiologie des Universitätsspitals Zürich statt. Der psychologische Kurztest während der Anästhesie einer Hirnhälfte wird von einem in dieser Untersuchungstechnik sehr erfahrenen Neurosychologen der Schweizerischen Epilepsie-Klinik durchgeführt und ausgewertet.